Spinnen trifft man in allen Gebieten der Erde an, von den nördlichsten Inseln der Arktis bis zu den trocken - heißen Wüstenzonen. So kann man im Himalaja in einer Höhe von 6'000 Metern eine Springspinnen der Gattung Euophrys antreffen, in der Gezeitenzone vor warmen Meeresküsten einige Arten der Gattung Desis und in der Namibwüste die Wüstenspinne Carparahne spec. .
Aus der ausgedehnten Verbreitung ergibt sich die Frage, wie es den Spinnen gelingt, auch abgelegene Gebiete, z.B. Inseln, zu besiedeln.
Hierfür wird die Fähigkeit vieler Jungspinnen, sich weite Strecken durch die Luft verfrachten zu lassen, verantwortlich gemacht.
Dieses Fliegen am eigenen Faden (“ballooning”) wird aktiv eingeleitet. Die Spinne stellt sich auf “Zehenspitzen”
gegen den Wind, richtet den Hinterleib schräg aufwärts und läßt einen Faden austreten, welcher vom Luftzug erfaßt wird und die Spinne
vom Untergrund abhebt.
Unter günstigen Wetterbedingungen können die Spinnen erstaunliche Höhen und Entfernungen erreichen. So
berichtet Charles Darwin in seinem Tagebuch (1832) von unzähligen kleinen Spinnen, die sich 100 km vor der südamerikanischen Küste
in der Takelage des Forschungsschiffes “Beagle” verfingen.
Früher nahm man an, daß nur Jungspinnen fliegen könnten, doch zeigte sich, daß dies auch für viele kleine Spinnenmännchen zutrifft, manchmal sogar für bis zu 1 cm große Weibchen. Die Tatsache, daß man auf den Inseln des australischen Barrierriffs Vertreter von 7 Spinnenfamilien – aber keine Vogelspinnen – gefunden hat, läßt sich nur durch eine Besiedlung aus der Luft erklären.
Das Ballooning trifft man den ursprünglichen Spinnen (Mesothelae, Orthognatha) kaum, bzw. gar nicht an, da diese sich auf das Leben in und auf der Erde spezialisiert haben.
So fand man nur zwei Jahre nach der Vulkaneruption des Mount St. Helen (1980) bereits 43 Spinnenarten, die auf dem Luftweg zuvor völlig totes Gebiet erschlossen hatten, wobei die “Abflugorte” bis zu 30 km entfernt lagen. Auch nach der Eruption des Krakataus (1883) wurden als erster Siedler auf dem kahlen Terrain nach neun Monaten eine Netzspinne gesichtet, 50 Jahre später waren bereits 90 verschiedene Spinnenarten bekannt, die vermutlich von den großen Nachbarinseln Java und Sumatra verweht wurden.
Die Meisten Spinnen bewohnen einen eng umschriebenen Lebensraum, der sich aus den physikalischen Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Wind, Helligkeit) und aus den biologischen Faktoren (bestimmte Vegetationsschichten, Beuteangebot, die Konkurrenz, Feinde, etc.) ergibt. Diese Lebensräume lassen sich in vier Klassen einteilen:
| Bodenzone: | Bodenstreu, Steine, Krautschicht, Höhlen (-15 bis 15 cm) |
| Feldzone: | alle Vegetationen zwischen 15 cm und 1,80 m |
| Gebüschzone: | Sträucher und Bäume (1,80 bis 4,50 m) |
| Waldzone: | Bäume und Baumkronen über 4,50 m |
Da jede Spinnenfamilie eigene Lebensräume hat, kann ich an dieser Stelle nicht viel darüber schreiben, da dies den Rahmen dieser Projektarbeit sprengen würde.