“Not long ago the spiders were the most neglected of the most interesting animals....”
T.H. Savory 1962
Nachdem ich im Februar 1994 vor dem Problem stand, ein Thema für die Projektarbeit zu finden, viel mir ein Zeitungsartikel vom 23.10.1993 in die Finger. Es war ein Bericht über einen 18-jährigen Schüler, der sich Vogelspinnen als Haustiere hielt. Nachdem ich mich nach einiger Zeit durchgerungen hatte ihn anzurufen, erfuhr ich, dass er seinen kompletten Bestand verkaufen wollte. So vereinbarten wir einen Termin und ich sah mir die Tiere am 01.12.1993 an. Der erste Kontakt mit lebenden Vogelspinnen war so beeindruckend, dass ich sie unbedingt haben wollte. So kam es, dass ich die Spinnen am 03.12.1993 bei ihm abholte. An diesem Tag stand endgültig fest, dass das Thema meiner Projektarbeit “Die Spinne” heißen würde.
Als ich diesen Entschluss langsam verbreitete, stieß ich entweder auf Ekel, oder großes Interesse. Der Ekel diesen Tieren gegenüber war für mich schon immer ein sehr interessantes Thema. Warum ekeln sich Menschen, die von Atomraketen, Killerviren und zurückkehrenden Seuchen umgeben sind bzw. bedroht werden, die in einer Welt voll mit Kriegen und Katastrophen leben, vor Tieren, die oft kleiner sind als ihr Daumennagel?
Die Gefahr sich mit HIV zu infizieren ist 1000 mal so hoch wie von einer “Schwarzen Witwe” gebissen zu werden und daran zu sterben.
Ich hoffe, dass die Leser dieses Buches irgendwann ebenfalls zu den Menschen gehören die keine Angst vor Spinnen haben, sonder diesen Tieren mit Respekt und Bewunderung gegenübertreten werden.
Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die mir bei meiner Projektarbeit durch wiederholtes Aufmuntern und tatkräftige Unterstützung geholfen haben. Besonderer Dank gebührt meinem Betreuer, Hr. M. Gutsch, meiner Familie und den Mitarbeitern des Insektariums der Wilhelma, dem zoologisch-botanischen Garten der Stadt Stuttgart.
Bohlingen, Winter 1994/95
Ronald Ploß